Philharmonie Südwestfalen bei "Kultur Pur"

Wir haben die Konzertstimmungen bei KULTUR PUR durchgeführt:

  • den Yamaha-Flügel für die "Philharmonie Südwestfalen"
  • den Kawai-Flügel für das "Dieter Falk-Konzert"

Wolfgang Suttner als Festivalleiter verabschiedet

Philharmonie spielte Best-of

aww - Über 27 Festivalausgaben hinweg hat sich Wolfgang Suttner tragen lassen von der Begeisterung des Publikums. „Das überwindet eigentlich alle Probleme“, sagte der scheidende KulturPur-Leiter, Kreiskulturreferent und Geschäftsführende Vorstand des Trägervereins der Philharmonie Südwestfalen (wir berichteten ausführlich) am Pfingstsonntagabend bei seiner Verabschiedung. Damit gab er den Dank, den die über 1300 Besucher des Orchesterkonzerts unmittelbar zuvor im ausverkauften Zelttheater zum Ausdruck gebracht hatten, zurück an jene, für die er im vergangenen Vierteljahrhundert unermüdlich geackert hat: die Zigtausend Menschen, die alljährlich auf den Giller pilgern, um sich hineinnehmen zu lassen in die unvergleichliche Atmosphäre des Zelt- und Open-Air-Fests. In seiner Laudatio sagte Landrat Andreas Müller „Danke für den Mann, dem wir das Festival KulturPur verdanken“. Suttner habe das Event auf der Ginsberger Heide erfunden, Weltstars geholt und „uns immer wieder begeistert“. Müllers stark beklatschtes Fazit: „Ich denke, er hat einen wirklich guten Job gemacht!“

 

Wolfgang Suttner und Michael Nassauer moderierten

 

Suttner ließ es sich nicht nehmen, gemeinsam mit Philharmonie-Intendant Michael Nassauer durchs Programm zu führen. Beide zeichneten auch für Idee und Konzept des Abends verantwortlich, der als Best-of der letzten sechs KulturPur-Klassik-Themenkonzerte angelegt war, aufgepolstert mit dem ein oder anderen neuen Stück. „Liebe, Sterne, Sport und Mord“ titelte der kurzweilige Mix aus „klassischen“, populären und Filmmusik-Klängen, die Manuel Antunes’ unaufdringliche Licht-Gestaltung stimmungsvoll untermalte.

 

Die Leitung hatte Charles Olivieri-Munroe

 

Mit Coplands wuchtig-getragener „Fanfare For The Common Man“ konnte sich das Blech zu Beginn glanzvoll in Szene setzen. Spritzig und kraftvoll ging es unter der Leitung von Chefdirigent Charles Olivieri-Munroe musikalisch weiter mit dem „Star-Wars“-Hauptthema von John Williams. Wie es sich anhören könnte, wenn ein Faun von Nymphen träumt, schlug Debussy in den malerisch-impressionistischen Klängen seines „Prélude à l’après-midi d’un faune“ vor – zarte Flötenklänge und perlende Harfe zeichneten gemeinsam mit dem Orchester eine pastellene Idylle. Zwischen den Stücken spielten sich die beiden Moderatoren die Bälle zu, plauderten aus der Vergangenheit des Orchesters oder dankten der, so Suttner, „Lichtgestalt des Kulturmäzenatentums“, Barbara Lambrecht-Schadeberg, für ihre Unterstützung.

 

Johannes Nies überzeugte am Piano

 

Mit einem virtuosen Kraftakt riss der preisgekrönte Herdorfer Pianist Johannes Nies beim ersten von zwei Hauptwerken des Abends, Gershwins Jazz und Sinfonik vereinender „Rhapsody In Blue“, das Publikum zu Ovationen hin. Nicht anders fiel der Jubel nach dem großen Finale mit Ravels „Bolero“ aus – hier wie da zeigte sich die Philharmonie Südwestfalen in allerbester Spiellaune.

 

Auch im Programm: Musik von Morricone

 

Dazwischen: berühmte Film-Melodien aus „Spiel mir das Lied vom Tod“ von Ennio Morricone mit dem fabelhaften Mundharmonika-Solisten René Giessen (der als kleine Dreingabe ein rasantes Flamencostück aus seinem chromatischen Instrument zauberte), Paul McCartneys „Live And Let Die“ mit treibendem Schlagzeug, Miklós Rózsas mitreißende „Parade der Wagenlenker“ aus „Ben Hur“ und Jerry Bocks „Anatevka“-Thema, das der kleine Geiger Nikita Gelen (Sohn von Konzertmeisterin Evgenia Gelen) ganz allein als „Fiddler On The Roof“ gekonnt und pfiffig einleitete. Prima! Ein weiteres Dankeschön brachte das NRW-Landesorchester mit „All You Need Is Love“, einer Zugabe speziell für Wolfgang Suttner, zum Ausdruck, bevor die Konzertgänger mit dem finalen „Happy“ von Pharrell Williams glücklich in die kühle Nacht entlassen wurden.